March 18, 2026

Zusammenfassung: Z1–Z6: Was man 2026 unbedingt wissen muss!

Zahnarztbesuch von Kindern künftig im U-Heft: Was sich für Zahnarztpraxen jetzt ändert

Ab 2026 wird ein zentraler Baustein der zahnärztlichen Prävention grundlegend verändert: Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern werden verpflichtend im U-Heft („Gelbes Heft“) dokumentiert. Damit rückt die Zahnmedizin deutlich näher an die pädiatrische Vorsorge heran – mit spürbaren Auswirkungen für den Praxisalltag.


Dieser Beitrag zeigt, welche organisatorischen, abrechnungstechnischen und dokumentationsbezogenen Änderungen Zahnarztpraxen kennen müssen.

Hintergrund: Warum das U-Heft erweitert wurde

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (2025) verfolgt ein klares Ziel:
höhere Inanspruchnahme zahnärztlicher Früherkennung und bessere interdisziplinäre Zusammenarbeit


Denn während über 95 % der Kinder an den ärztlichen U-Untersuchungen teilnehmen, liegt die Quote bei zahnärztlichen Früherkennungen deutlich niedriger.


Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?


Seit der Reform umfasst die gesetzliche Versorgung 6 zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen (FU Z1–Z6):


Phase 1: 6.–33. Lebensmonat


  • FU Z1: 6.–9. Monat
  • FU Z2: 10.–20. Monat
  • FU Z3: 21.–33. Monat


Phase 2: 34.–72. Lebensmonat


  • FU Z4: 34.–45. Monat
  • FU Z5: 46.–57. Monat
  • FU Z6: 58.–72. Monat


Insgesamt: je 3 Untersuchungen pro Altersphase


Mindestabstände zwischen den Untersuchungen


  • Innerhalb der jeweiligen Zeitfenster frei wählbar
  • Klassisch gilt: mindestens ca. 12 Monate Abstand zwischen vergleichbaren FU-Leistungen


Leistungsinhalt der Früherkennungsuntersuchungen (FU Pr)


Die Inhalte sind weitgehend standardisiert und umfassen:


  • eingehende Untersuchung von Zähnen, Mund und Kiefer
  • Einschätzung des Kariesrisikos
  • Ernährungsberatung (zuckerarme Ernährung)
  • Anleitung zur Mundhygiene
  • Beratung der Eltern zur Prävention frühkindlicher Karies


Ziel: Verhaltenslenkung der Bezugspersonen, nicht nur Befunderhebung


FLA – Fluoridlackanwendung (Leistungsinhalt)


Für Kinder bis 33 Monate besteht zusätzlich Anspruch auf:


  • Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung
  • Frequenz: bis zu 2× je Kalenderhalbjahr


Wichtig für Praxen: FLA ist eine präventive Zusatzleistung mit hoher Relevanz für Kariesreduktion.

 

Dokumentationspflichten: Was ist neu?


Doppeltes Dokumentationssystem


Zahnarztpraxen müssen künftig:


  1. im U-Heft dokumentieren (für Eltern & Vernetzung)
  2. parallel im Praxisverwaltungssystem (PVS)


Die Dokumentation im U-Heft ersetzt nicht die rechtliche Dokumentationspflicht nach BGB.

 

Pflichtinhalte der Dokumentation (Checkliste)


Für jede FU sollten mindestens dokumentiert werden:


Basisdaten

  • Datum der Untersuchung
  • Alter des Kindes / FU-Stufe (Z1–Z6)


Befunde

  • Zahnstatus (kariös / kariesfrei)
  • Plaque-/Mundhygienestatus
  • Auffälligkeiten (Schmelzdefekte, Fehlstellungen etc.)


Risikoeinschätzung

  • Kariesrisiko (niedrig / mittel / hoch)
  • Ernährungsrisiken (z. B. Dauernuckeln, Zuckerexposition)


Beratung

  • Mundhygieneanleitung
  • Ernährungsempfehlungen
  • Fluoridierungsempfehlung


Maßnahmen

  • durchgeführte Fluoridlackanwendung (FLA)
  • ggf. weitere präventive Maßnahmen


Empfehlung

  • nächster Untersuchungstermin


Diese strukturierte Dokumentation wird zunehmend prüfungsrelevant.

 

Leistungsumfang im Detail


FU Z1–Z3 (frühkindliche Phase)


Schwerpunkte:

  • erste Zahndurchbrüche
  • frühkindliche Karies (ECC)
  • Stillen, Flasche, Nuckelgewohnheiten
  • Elternberatung im Vordergrund


besonders beratungsintensiv

 

FU Z4–Z6 (Vorschulalter)


Schwerpunkte:

  • vollständiges Milchgebiss
  • Kariesdiagnostik
  • Mundhygieneverhalten des Kindes
  • Vorbereitung auf Individualprophylaxe (IP-Leistungen)

 

BEMA-Honorare (Überblick)


  • Abrechnung über den Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen
  • Beispiel:
  • FU-Leistung ca. 28 Punkte (je nach Ziffer)

Der tatsächliche Eurobetrag variiert je nach KZV-Punktwert.


Wichtig: FU-Leistungen sind budgetfrei und damit wirtschaftlich interessant.


Möglichkeiten der GOZ-Abrechnung


Über die Gebührenordnung für Zahnärzte können zusätzlich berechnet werden:

  • weitergehende Diagnostik
  • intensivere Beratungsleistungen
  • individualisierte Präventionskonzepte


Voraussetzung:

  • medizinische Notwendigkeit oder Wunschleistung
  • korrekte Aufklärung und Vereinbarung

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Schlüssel zum Erfolg


Die Integration ins U-Heft stärkt gezielt die Zusammenarbeit mit:

  • Kinderärzten
  • Hebammen
  • Logopäden
  • Kitas / Frühförderstellen


Ziel:

  • frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren
  • konsistente Präventionsbotschaften


Die gemeinsame Dokumentation im U-Heft erleichtert den Informationsfluss und fördert eine „Prävention aus einer Hand“.

 

Fazit: Was Zahnarztpraxen jetzt konkret tun sollten


Die Integration ins U-Heft ist mehr als nur ein zusätzlicher Eintrag – sie verändert Abläufe:


To-dos für Praxen

  • Teamschulung zu FU Z1–Z6
  • Anpassung von Dokumentationsprozessen
  • Integration ins Terminmanagement
  • Ausbau präventiver Beratung
  • Vernetzung mit Kinderärzten & Hebammen



Wer die neuen Regelungen aktiv nutzt, kann:

  • die Patientenbindung frühzeitig stärken
  • Prävention ausbauen
  • und wirtschaftlich profitieren


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